Cheers, ihr alle. Gestatten? Ich habe einen kleinen, schnuckeligen Bachelor in Psychologie, aber wenn er groß ist, möchte er mal ein Master werden. Währenddessen habe ich ein wenig britische Lab-Luft in Cambridge geschnuppert und arbeite zurück in Deutschland als wissenschaftliche Hilfskraft in der neurowissenschaftlichen Forschung. Mich interessiert, wie Gehirn und Verhalten so zusammen hängen – und welche Methoden man benötigt, um das vernünftig zu erforschen. Mein liebstes Steckenpferd ist aber die Wissenschaftskommunikation und was dabei schief gehen kann. Das betrifft zum einen clever (oder auch weniger clever) getarnte Pseudowissenschaft, aber ebenso waschechte Wissenschaftler, die sich in der Verbreitung ihrer Forschung ein wenig verzetteln.

Wieso Rotwein?

Das Glas Rotwein repräsentiert die dritten im Bunde: Journalisten, die Erkenntnisse für die Bevölkerung aufbereiten und damit manchmal Verwirrung stiften. Ein Glas Rotwein schützt vor Herzkrankheiten? Ein Glas Rotwein erhöht das Krebsrisiko? Oft entsteht der Eindruck, Wissenschaft sei schwammig, könne die meisten Fragen nicht beantworten und sei sowieso gekauft. Was da in welchem Maße dran ist, wie man die Qualität von Informationen einordnen kann und wo die (aktuellen) Grenzen wissenschaftlicher Methoden liegen, wird hoffentlich klarer, wenn ihr meinen Blog verfolgt. Saubere Forschung ist anstrengend, manchmal kompliziert, langsam, wuselig und selten schwarz-weiß. Aber trotzdem nicht so langweilig, wie ihr jetzt vielleicht befürchtet.

Stellt gerne Fragen, kommentiert, widersprecht – denn davon lebt Wissenschaft. Ich will mein Bestes geben, menschliche Fehlurteile zu umgehen und mich dann überzeugen zu lassen, wenn ich im Unrecht bin. Doch Vorsicht: Für manche Themen sind Fakten relevant, für andere Meinungen. Das eine lässt sich nicht mit dem anderen ersetzen. Aber das ist nichts, was sich nicht bei einem Glas Wein klären lassen würde.