Wir reden zu wenig über Sex. Während einige jetzt schon begeistert nicken werden, meine ich das todernst. Das Problem mit Tabuthemen ist nämlich, dass sie Erkenntnisgewinn massiv im Weg stehen und das kann eigentlich nur gegen unser aller Interesse sein. Wenn wir über unser Sexualleben maximal dann sprechen, wenn es reibungslos läuft (oder das auf Nachfrage zumindest behaupten) und gerade die unangenehmen oder heiklen Themen unter den Teppich kehren, entsteht rasch das Bild, dass es bei allen „läuft“. Was es umgekehrt umso peinlicher macht, über eigene Probleme zu reden – immerhin ist man ja scheinbar der einzige Depp, den das betrifft. Menschen regen sich darüber auf, dass Pornos unrealistische Standards setzen – aber was ist mit unserer Alltagskommunikation? Den Dingen, die wir eben nicht sagen?

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