Schlagwort: Psychologie

„Verhaltensmanipulation“ kann so schön sein

Als Psychologe wird man oft gefragt: „Wie bringt man denn Leute dazu, dies oder jenes zu tun?“
Umweltschutz zum Beispiel. Oder den Klodeckel runter klappen.
„Jemanden zu etwas bringen“ klingt schon arg nach Manipulation. Wie stellt man das an? Mahnende Werbeplakate? Subliminale Botschaften über Lautsprecher? Elektroschocks? Es geht auch einfacher: Man sorgt einfach für mehr Möglichkeiten, das gewünschte Verhalten zu zeigen und macht es ein bisschen einfacher und konkreter.

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Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich höre, was ich sage?

Manchmal habe ich Lust, mir ein neues populärwissenschaftliches Buch zu kaufen. Dann stiefele ich entschlossen in die Buchhandlung, stelle mich in bester Cowboy-Manier vors Regal – und drehe dann wieder um und stürme mit fest zusammengepressten Augenlidern wieder nach draußen. Weizen macht dumm. Zucker auch. Handys auch. WLAN auch. Und wenn wir unsere Selbstheilungskräfte aktivieren wollen, dann dürfen wir nur noch rotes Gemüse essen, nur noch mit dem linken Fuß aufstehen und müssen außerdem alle zwei Monate drei Katzen bei Vollmond opfern. Vielleicht noch die Seminare des Autors besuchen. Wenn ich dann was mit „Hirnforschung“ und „Sozialpsychologie“ lese, ahne ich das Schlimmste. Trotzdem habe ich diesmal zugegriffen. Und nein, kein Spoiler im Einstiegstext. Das wäre zu einfach. Fazit gibt’s am Ende. Weiterlesen

Recht unbedarft – Wissenschaft im juristischen Bereich

Wissenschaft ist interdisziplinär und beim Austausch mit anderen Feldern guckt man manchmal ein bisschen blöd aus der Wäsche. Wenn Marc Bauer, der Jura studiert und in der Politik aktiv ist, mich zu meiner Einschätzung zu einer Debatte fragt, in der er gerade steckt, fällt mir spontan oft der ein oder andere kognitive Bias ein. „Komisch. Das Argument ist in der Diskussion kein einziges Mal gefallen“, sagt er dann manchmal. Umgekehrt berichte ich manchmal eifrig von Erkenntnissen und ihren Implikationen für die Rechtslage – und Marc erklärt mir dann, wieso das für die ganz alltägliche Anwendung vor Gericht überhaupt nicht praktikabel wäre.
Das schreit nach einem Gastbeitrag, in dem Marc die Fragen beantwortet, wie wissenschaftliche Disziplinen in Ausbildung und Umsetzung des Rechts eingebaut werden – und wo es hakt, wenn das nicht in ausreichendem Maße geschieht. Weiterlesen

Der Psycho in der Familie

Um bei der Metapher von Tante Hildes Geburtstagsfeier zu bleiben: Besonders pikant wird die Situation, wenn mein Studium ins Spiel kommt. Gestatten: Psychologie-Studentin, in ein paar Wochen gibt’s eine Rose, äh, den Bachelor, meine ich.

Na, Lust eine Runde Klischee-Bingo mit mir zu spielen? Ich mache ja „was mit Menschen“, entsprechend kann ich „Gedanken lesen“, „analysiere“ meine Mitmenschen pausenlos und vergebe jetzt schon mal Plätze auf meiner zukünftigen „Couch“. Was den Leuten sonst noch im Kopf rumschwirrt ist allenfalls der knackige NC, womöglich verbunden mit dem geplatzten Traum des eigenen Psychologie-Studiums.
Vielleicht ist es eine ganz gute Idee, die gängisten Mythen über mein Studium hier mal zu listen, denn dann kann ich bei Tante Hildes nächster Feier einfach auf den Blogeintrag verweisen, anstatt dieselbe Leier wieder und wieder runterzunudeln. Weiterlesen

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