Eigentlich bin ich recht einfach gestrickt. Wenn ein Gehirn drauf ist, dann hat es meine Aufmerksamkeit. Deswegen ist mir auch das Unvorstellbare passiert: Ich habe mir einen Düsseldorfer Express gekauft. Wie kam’s dazu?

Erst mal: Ich bin viel zu spät mit diesem Post, denn ich beziehe mich auf die Ausgabe vom 13.06.2017. Ungefähr da habe ich auch schon angefangen, diesen Post zu verfassen. Asche auf mein Haupt.
An diesem Morgen stand ich jedenfalls am Bahnhof und wie das so ist, ließ ich den Blick über die wartende Menschenmenge schweifen. Ein Herr hielt den aktuellen Express in der Hand, der mich normalerweise aus einem der metallenen Zeitungsautomaten heraus Morgen für Morgen mit merkwürdigen Schlagzeilen amüsiert. Kostprobe gefällig? Am nächsten Tag lautete die Überschrift: „Samurai-Alfred“ vor Gericht – Schwert-Attacke nach Kiffer-Party. Siehe Beweisfoto oben. Ich habe nie herauszufinden versucht, worum es da ging, denn ich glaube, die Realität kann gar nicht so schön sein wie mein Kopfkino dazu.
Jedenfalls prangte ein großes Gehirn auf der Zeitung, die der Mann neben mir gerade studierte. Ihr Gehirn blickt in die Zukunft hieß es über dem ganzseitigen Artikel (okay, die Hälfte davon nahm das futuristisch-blaue Gehirn-Bild ein), und dazu hieß es: Fünf unglaubliche Beispiele für Akrobatik im Kopf – und die Erklärung der Forscher.

Das musste ich mir natürlich genauer ansehen. Ein Euro und der rudimentäre Zeitungsspender gab bereitwillig eine Ausgabe her. Gelohnt hat sich das zum Glück allein schon deswegen, weil ein Kreuzworträtsel und ein Sodoku drin waren. Und damit bin ich ja bekanntermaßen zu besänftigen, wenn im Rest der Zeitung Bullshit steht.

Denn genau das habe ich erwartet: Eine Menge Bullshit, um ein beginnendes Sommerloch zu füllen. Pseudowissenschaftlicher Kram rund ums Gehirn also, über den ich mich ärgern kann. Ganz so schlimm wie gedacht war es dann aber doch nicht, wenn auch ein großartiger Aufhänger, um darüber nachzudenken, welche Art von „Wissenschaft“ ich wie in den Medien repräsentiert und aufbereitet haben will.

ÜBERschrift kommt von ÜBERtreiben

Angenommen, wir teilten die Welt in zwei Gruppen: Die eine liest ausschließlich die Überschriften von Artikeln und die andere nur die Artikel selbst, ohne Headline. Ich habe den Verdacht, dass die beiden Gruppen binnen kürzester Zeit sämtliche Themen gegensätzlich betrachten würden.
Eine Überschrift soll natürlich dazu verführen, den Artikel zu lesen, deswegen muss sie spannend klingen. Verstehe ich. Aber ein bisschen sollte sie schon noch etwas mit dem zu tun haben, was ich im Anschluss vorgesetzt bekomme.
Der Express suggeriert mir, mein Gehirn könne in die Zukunft blicken. Ich stelle mir klassisches Hellsehen vor – und habe selbst nicht vorhersehen können, dass in dem Artikel lediglich ein paar mentale Partygags vorkommen und es gar nicht darum geht, ob das Gehirn in die Zukunft sehen kann oder nicht. Lediglich in der Einführung wird das Thema kurz aufgegriffen. Das Argument: Die Verarbeitung eines Reizes im Gehirn dauert etwa eine Zehntelsekunde. Das stimmt, selbst für komplexere visuelle Reize. Weiterhin heißt es, dass sich die Umwelt während der Zeit der Reizverarbeitung aber womöglich schon verändert hat – zum Beispiel haben wir bei einer schnellen Autofahrt bereits ein paar Meter zurückgelegt, bis das was wir sehen überhaupt von unserem Gehirn verarbeitet worden ist. Um angemessen reagieren zu können, so die Schlussfolgerung, müssen wir also in die Zukunft sehen können, weil wir sonst permanent zu spät wären.
Dabei wird vom Express selbstbewusst das Wort „Prophet“ verwendet, aber damit hat das alles ja absolut nichts zu tun. „In die Zukunft sehen“ oder „zum Propheten werden“ bedeutet für mich: Definitiv wissen, was in der Zukunft passieren wird. Was wir als Menschen allerdings tun ist – und das ist weit weniger magisch – wirklich gute Rateversuche über die Zukunft zu machen. Vieles davon basiert auf Lernprozessen. Wenn ich einen Ton abspiele und einem Freund daraufhin jedes Mal eine Ohrfeige verpasse, wird er irgendwann schon zusammenzucken, wenn er bloß den Ton hört – noch bevor ich ausgeholt oder gar zugeschlagen habe. Das heißt nicht, dass er die Zukunft vorhersagen kann – die Ohrfeige ohne den ankündigen Ton wird er nicht kommen sehen. Und wenn er zusammenzuckt, obwohl ich gnädiger Weise beschlossen habe, ihn diesmal zu verschonen, hat er die Zukunft so betrachtet ja auch „falsch vorhergesagt“.
Natürlich ist es unglaublich cool, dass wir über ein großes Set von Annahmen und Erwartungen, basierend auf Erfahrungen, verfügen. Das ist aber nicht mehr und nicht weniger als die notwendige Grundvoraussetzung für Leben. Wenn ich den Zustand meines Körpers und der Umwelt nicht vorausahnen könnte, wäre ich nicht mal dazu fähig, eine Kaffeetasse zu greifen. Und bei unerwarteten Änderungen müssen meine Handlungen so schnell wie möglich angepasst werden.
Das klappt nicht immer. Dann fallen wir hin oder bremsen zu spät. Eben weil wir nicht hellsehen können.
Der Express verspricht uns aber, anhand von fünf Beispielen zu erläutern, wie das mit dem Hellsehen funktioniert, indem wir auf „Instinkte, Erfahrungen und Gelerntes“ zurückgreifen.

Partygag-Kollektion
Alle fünf „unglaublichen Akrobatik-Beispiele“ sind mehr oder minder süße Partygags und weniger Erkenntnisse basierend auf Forschung. Sofern die neue Dinner-Bekanntschaft nicht auch schon von den Spielereien gehört hat, kann man damit sicher nett das Eis brechen.
Nummer 1 dreht sich um das Lesen von Texten in ungewöhnlicher Form, zum Beispiel wenn die Buchstaben nicht in der richtigen Reihenfolge sind. Der Text dazu geistert seit geraumer Zeit durchs Netz und Fehler-Haft.de nimmt sich der Thematik ein wenig ausführlicher an. In einem zweiten Beispiel sind so wie hier einzelne Buchstaben durch Zahlen ersetzt; der Text bleibt allerdings lesbar.
Wir sind uns einig, dass wir alle den Text lesen können und es ist ziemlich klar, dass wir nicht Buchstabe für Buchstabe lesen, sofern wir einmal ein gewisses Level an Leseerfahrung erreicht haben. Wie schon bei Fehler-Haft.de anklingt, ist es eigentlich ein bisschen komplizierter und es kommt eben nicht nur darauf an, dass der erste und der letzte Buchstabe korrekt sind. Aber um eine breite Masse auf ein ganz witziges Phänomen aufmerksam zu machen, reicht’s allemal.
Was mich viel eher stört ist ein generelles Problem, das häufig auftritt, wenn „Forschungsergebnisse“ in Nicht-Fachmedien kommuniziert werden: Es gibt keine Quellenangabe und nicht mal Namen werden genannt. „Wissenschaftler haben herausgefunden“, liest man als Standardfloskel.
Ich gebe zu, dass das für den durchschnittlichen Leser auch gar nicht relevant ist. Die Prozentzahl der Menschen, die erst mal fiebrig nach der Originalpublikation in einem Fachjournal sucht, ist vermutlich verschwindend gering. Wieso es trotzdem wichtig ist, Namen und Quellen zu nennen, erläutere ich weiter unten in meiner Wunschliste an den Weihnachtsmann. Daher verbleibe ich hier mit der Frage nach dem Schaden, den Namensnennung verursachen würde: Wem tut’s denn weh? Wird ein Artikel deutlich unleserlicher dadurch, dass ich kurz über einen Nachnamen lesen muss anstatt „ein Forscher“? Im Politikteil schaffen wir das doch auch. „Ein Politiker hat gesagt“ wäre ziemlich unglaubwürdig.

In diesem speziellen Beispiel hat dieser Punkt besondere Relevanz, wie die Cognition and Brain Sciences Unit in Cambridge in einer ausführlichen Bearbeitung der Thematik darlegt. Erstens wird hier eine umfassende Liste an Forschung zur Wortwahrnehmung dargelegt, die illustriert, wieso es eigentlich nicht ganz so einfach ist und die Debatte, wie ein Wort nun genau im Gehirn verarbeitet wird gar nicht unbedingt gelöst ist. Wichtiger ist aber Zweiteres: Obwohl es relativ viel Forschung zu dem Thema an sich gibt, stammen die Grundaussage und der Beispieltext mit Sicherheit aus keiner wissenschaftlichen Veröffentlichung; womöglich stecken nicht mal Forscher dahinter. In der (ursprünglichen?) Version des Schütteltextes wurde nämlich Cambridge als Ursprung genannt, und die waren’s nicht. Ohne sich durch die Literatur zu dem Thema zu wühlen und zu überprüfen, ob das auch stimmt, kann es sich genau so gut um ein verselbstständigtes Ammenmärchen handeln, dass sich jemand am Stammtisch ausgedacht hat. Wenn eine derartige Aussage es in die Zeitung geschafft hat, erwarte ich allerdings, dass dieser Prozess der Überprüfung bereits stattgefunden hat.

Nummer 2 jagt uns zunächst durch eine Reihe schneller Kopfrechenaufgaben. Anschließend sollen wir so schnell wie möglich an eine Farbe und ein Werkzeug denken – Beeilung! – und zack: roter Hammer. Das ist jedenfalls das, was bei den meisten rauskommt.
Also, vermutlich, denn ich habe gewühlt und keine Studie zu dem Thema gefunden. Ein rascher, nicht standardisierter Test im Freundeskreis zeigt allerdings, dass tatsächlich viele Menschen zumindest entweder an „rot“ oder an „Hammer“ denken. Eine klare Quantifizierung, wie viele Menschen? Untersuchte Prozesse dahinter? Fehlanzeige.
Jedenfalls dann, wenn man nach „red hammer“ sucht. Vielleicht gibt es Artikel zu einem Effekt, der dem Phänomen zugeordnet wird, aber nicht explizit den roten Hammer erwähnt. Welcher Effekt könnte das sein? Der Blog Arto Pennanen greift das Thema auf und behauptet, es ginge um Ego Depletion und in letzter Instanz Selbstkontrolle. Ego Depletion ist eine (nicht unumstrittene [der verlinkte Artikel hat eine etwas reißerische Überschrift, enthält aber ein paar gute Gedanken]) Theorie in der Psychologie, dass Selbstkontrolle eine Ressource ist, die man erschöpfen bzw. ermüden kann (unabhängig vom körperlichen Ermüdungszustand). Wir erhalten auch den Hinweis, dass der Red Hammer Test auf Daniel Kahneman zurückgeht – ein weltbekannter Psychologe, der unfassbar viel zur Entscheidungsforschung beigetragen hat und unter anderem den Wirtschaftsnobelpreis dafür abgeräumt hat. In meinem Studium kam der werte Herr natürlich vor und es ist unumstritten, dass unsere Entscheidungen beeinflussbar sind, zum Beispiel durch Kontexteffekte. Aber – geht es hier wirklich um Entscheidungen und Impulsivität? Die Idee ist, dass wir zwei Systeme in uns haben, eines, das impulsiv und größtenteils unbewusst arbeitet und automatisierte Handlungen übernimmt. Und ein rationaleres, das für das logische Denken und Abwägen zuständig ist. Ist letzteres erschöpft, bleibt nur noch das erste System, um den Job zu machen. Für den Hammer-Test, so Arto Pennanen, bedeutet das, dass unser logisches System durch die Rechenaufgaben ermüdet wird, sodass nur noch das impulsive System für die Beantwortung der Frage nach Werkzeug und Farbe übrig ist.
So weit, so gut. Ich kann nicht bestreiten, dass in unserem Denken automatischere und bewusstere Prozesse ablaufen. Allerdings komme ich nicht mit, wieso gerade der rote Hammer besonders impulsiv sein soll und inwiefern durch Kontrolle eine andere Antwort erreicht wird. Wenn mich jemand nach einer Farbe und einem Werkzeug fragt, gibt es offensichtlich keine richtige Antwort. Ist ein roter Hammer impulsiver als eine blaue Zange? Impulsivität impliziert, dass ich eine ungünstige Entscheidung getroffen habe, weil mir die Selbstkontrolle für eine bessere fehlte. Hier gibt es aber kein „besser“.
Es sei denn, ich argumentiere, dass ich durch mangelnde Reflektion wie ein Schaf blind der Antwort folge, die jeder geben würde. Auch hier steht zur Debatte, ob das schlecht ist. Wenn ich die Masse frage, bei welcher Farbe man bei der Ampel stehen bleiben muss und alle rot sagen – dann bin ich nicht cleverer, wenn ich stattdessen „grün“ antworte. Was würde mir mein rationales System in diesem Moment denn auch helfen? „Hm, die meisten würden wohl „roter Hammer“ sagen – also sage ich jetzt was anderes“? Wie kann ich denn rational darauf kommen, was die Mehrheit zuvor geantwortet hat. Und – wie viel ist denn überhaupt „die Mehrheit“?
Dieser Online-Artikel behaupten freimütig, 98% der Menschen würden an den berühmten roten Hammer denken. Das bezweifle ich stark. Wie bereits gesagt kann ich keine konkreten Studien finden, aber dieser Blog hat sich der Sache mal angenommen. Das mag keine Studie sein, die durch eine peer review gegangen ist, aber es dürfte relativ klar sein, dass die 98% absolut nicht erreichbar sind. Den tatsächlichen roten Hammer nannten nur etwa 20% der Teilnehmer. „Rot“ oder „Hammer“ sagten 70%. Nun gut. Auch wenn es für den roten Hammer selbst schlecht aussieht, so ist die Tatsache, dass so viele Menschen entweder besagte Farbe oder besagtes Werkzeug nennen recht beeindruckend, vor allem wenn man bedenkt, wie viele mögliche andere Farben oder Werkzeuge man nennen könnte. Aber was hat das jetzt mit Impulsivität zu tun?
Eine plausiblere Idee, wie die Sache mit dem Hammer zu Stande kommt, ist simples Priming. Das heißt einfach nur, dass es durch bestimmte Reize wahrscheinlicher wird, in eine bestimmte Richtung zu denken. Wenn ich kurz zuvor Werbung für Feilen gesehen habe, dann springt mir nach der Kopfrechenaufgabe womöglich zuerst eine Feile in den Kopf. Priming-Effekte kann man wunderbar z.B. mittels Reaktionszeiten untersuchen, die Interpretation ist aber nicht immer klar. Was bedeutet es, wenn ich ein negatives Wort schneller als negativ klassifiziere, wenn ich zuvor ein schwarzes (im Vergleich zu einem weißen) Gesicht gesehen habe? Implizite Vorurteile sind die gängige Interpretation, weil offenbar der Anblick eines schwarzen Gesichts den Gedanken an negative Dinge vorbereitet – aber kann ich das wirklich so schlussfolgern? Und was zur Hölle bdeutet es dann, wenn ich schneller an einen roten Hammer denke? Rot ist eine Signalfarbe und der Hammer so ziemlich das gängigste Werkzeug, so weit, so klar. Aber denke ich nur so schnell daran, weil ich durch die Aufgaben unter Druck gerate? Oder würde ich entspannt mit einem Glas Wein auf der Couch dieselbe Antwort geben?
Und woher zur Hölle hat der Express seine Informationen? Wo stammt die Aussage her, dass die zweithäufigste Antwort die blaue Zange und die dritthäufigste die gelbe Säge ist? Es kann sein, dass es ein Paper gibt, das ich mit meinen Schlagwörtern nicht gefunden habe. Es kann sein, dass Kahnemann tatsächlich mal – formal oder als unüberprüftes Gedankenspiel – den roten Hammer ins Spiel gebracht hat. Ich habe sein Buch hier vor mir liegen und suche nach dem roten Hammer. Seine Theorie von System 1 und System 2 und den damit zusammenhängenden Verzerrungen des Denkens legt er ohne Frage ausführlich und mit vielen Beispielen dar. Den roten Hammer habe ich aber noch nicht gefunden. Zugegeben wäre die Erwähnung Kahnemanns, wenn er gar nichts mit diesem penetranten Werkzeug zu tun hat, auch nicht Fehler des Expresses. Das hätte dann Arto Pennanen falsch gemacht, über den ich ja beim Nachgooglen gestolpert bin. Der Express macht es aber auch nicht wirklich besser, indem er gar keinen Namen nennt. Shame!

Beispiel Nummer 3 beschreibt eine Illusion des Tastsinns und hat noch weniger mit In-die-Zukunft-sehen zu tun als der Rest. Man soll Zeige- und Mittelfinger kreuzen, einen Stift dazwischen klemmen und wenn man den Stift nun bewegt, soll sich das anfühlen, als wären es zwei Stifte, nicht nur einer, der da zwischen den Fingern wandert. Ich kann das im Selbstversuch nicht reproduzieren, aber wie die meisten dieser Dinge soll es auch besser klappen, wenn eine zweite Person den Stift bewegt, was auch Sinn macht. Das ist ein bisschen wie selbst Kitzeln – meine andere Hand, die den Stift hält, liefert sehr eindeutig die Info, dass ich nur einen Stift hin und her schiebe, egal wie verwirrt die andere Hand potenziell sein mag. Dagegen bin ich zum Beispiel sehr empfänglich für die Gummihand-Illusion, wo eine Fake-Hand so lange zeitgleich mit der echten Hand bepinselt wird, bis man glaubt, das Gummi-Ding sei die eigene Hand. Und das, obwohl ich bis ins Detail weiß, wie das Experiment funktioniert.
Der Express überrascht mich positiv und nennt sogar den Namen des Phänomens: Aristotelische Täuschung, nach genau dem Aristoteles, der sie als Erster beschrieben haben soll. Erklären tut der Express das Phänomen (wie übrigens die meisten Online-Quellen, wenn man danach googlet) so: Durch das Kreuzen der Finger berührt der Stift die Außenseiten besagter Finger. Das ist normalerweise nur dann der Fall, wenn zwei Objekte im Spiel sind. Ein einzelnes Objekt zwischen zwei Fingern berührt die „Innenseiten“ beider Finger (wo auch immer bei einem Finger innen und außen ist, aber ihr wisst, was ich meine). Wenn an meiner linken Hand aber die rechte Seite des Zeigefingers und die linke Seite des Mittelfingers ein Signal empfängt, rührt diese Berührung selten von einem einzelnen Objekt her. Vernünftige Schlussfolgerung also: Das Berührungssignal der Finger muss von zwei verschiedenen Objekten verursacht sein.
So weit, so logisch. Überprüfen ob das der Grund ist, lässt sich nur schwer. Fakt ist, dass wir offensichtlich denken, die Berührung stamme von zwei Objekten. Fakt ist auch, dass unsere Finger an den entsprechenden Stellen berührt werden, also ein dazu passendes Signal im Hirn ankommen muss. Das dann aber anders interpretiert wird, als es der Realität entspricht. Eine bessere Idee zur Erklärung und – viel wichtiger – eine mögliche Überprüfung dieser habe ich zugegeben auch nicht.
Lediglich ein kleiner Anstoß: Wir schlussfolgern nicht primitiv allein aus Berührungen. Ziemlich beeindruckend (sowie auch notwendig) ist die Tatsache, dass wir unsere Position im Raum mit einbeziehen können. Das Ertasten eines Balls mit den Fingerspitzen sagt uns einmal „Ball über unserem Kopf“ und einmal „Ball am Boden“ – je nachdem, ob unser Arm dabei über den Kopf gehoben ist oder wir in gebückter Haltung stehen. Das Signal an den Fingerspitzen bleibt so ziemlich dasselbe dabei. Wir haben also eigentlich ziemlich clevere Mechanismen, die genau solche Schnitzer wie im Express beschrieben verhindern sollen. Wieso wird also nicht erfasst: „Finger gekreuzt – joooo, also vermutlich ein Objekt, nicht zwei“?
Gute Frage. Nächste Frage.
Es wäre natürlich ein bisschen viel von unserem Gehirn zu verlangen, für jede Eventualität und jeden Blödsinn wie gekreuzte Finger korrigieren zu können. Deswegen können wir uns ja an solchen hübschen Illusionen erfreuen: Manchmal ist eben nicht alles so verkabelt, wie es logisch Sinn ergeben würde und dann passieren Fehler. Im Idealfall nur welche, die für Partygags taugen. Wenn man Pech hat, auch mal gravierendere Fehlurteile.
Illusionen kann man aber zur Forschung nutzen, zum Beispiel wenn man davon ausgeht, dass die Aristotelische Täuschung bei gesunden Menschen auftritt – und bei Menschen mit bestimmten motorischen Beeinträchtigungen nicht. Fiorio und Kollegen prüfen beispielsweise nach, ob die Illusion bei Parkinsonpatienten auftritt. Tut sie. Wenn wir wissen, bei welchen Krankheiten die Illusion gestört ist und bei welchen nicht und wir die bei der Krankheit beeinträchtigten Netzwerke im Hirn kennen, dann kommen wir vielleicht auch dem Hintergrund der Illusion besser auf die Schliche. Umgekehrt kann das Vorhandensein einer Illusion (oder eben das Fehlen) Aufschlüsse auf die Mechanismen hinter einer Erkrankung liefern. Hier wird der Partygag zum nützlichen Forschungsinstrument.

Nummer 4 scheint vielleicht am wahllosesten. Wieder geht es um fixe Fragen. „Gibt es eine Zahl die größer ist als 10? Gibt es eine Zahl die größer ist als 25? Gibt es eine Zahl die größer ist als 40? Gibt es eine Zahl die größer ist als 100? Gibt es einen größeren Besserwisser als Sie?“
Die fehlenden Kommata gehen übrigens nicht auf meine Kappe.
Wie dem auch sei, der Gag hierbei ist, dass man auf die letzte Frage leicht „nein“ antwortet – laut Express, weil man darauf lauert, dass irgendwann die Fangfrage bekommt, die nach all dem „ja“ mit „nein“ beantwortet werden muss.
Ob das bei der Mehrheit der Menschen so ist, weiß ich nicht. Wie man die Tendenz, eine Frage ohne (ausreichend) nachzudenken zu beantworten, beeinflussen kann, weiß ich auch nicht. Ob man – wie der Express es beschreibt – einen besonders gut funktionierenden Denkapparat hat, weil man nicht darauf hereinfällt (auch wenn wenige Zeilen zuvor behauptet wird, dass das Gehirn genau so funktioniert, wie es soll, wenn man darauf hereinfällt), weiß ich nicht.
Ich weiß, dass es natürlich Heuristiken und „Abkürzungen“ im Denken gibt und dass das mit dem Reden oft schneller geht als mit dem Überlegen. Aber ohne irgendeinen Namen eines Phänomens oder das zufällige Wissen darum bleibt es mir völlig unmöglich, die Hintergründe dazu auszugraben.

Nummer 5 schließt unsere Partygag-Kollektion ab und befasst sich mit einer recht prominenten taktilen Illusion: Augen zu, und jemand anderen den eigenen Arm betatschen lassen. Okay, das war jetzt etwas platt. Jedenfalls schließt man die Augen und eine andere Person wandert mit ihrem Finger vom Handgelenk aus den Arm nach oben. Man selbst soll nun „stopp“ sagen, wenn man glaubt, dass die Armbeuge erreicht ist. Klingt einfach, immerhin fühlen wir ja, wo sich der Finger des anderen gerade befindet, die meisten sagen aber zu früh „stopp“.
Jetzt kommt wieder die Sache mit der Zukunft ins Spiel. Unser Gehirn, behauptet der Express, hat in diesem Fall nämlich übereifrig etwas zu weit in die Zukunft geschaut und hat den Finger längst da gespürt, wo er noch gar nicht ist. Wir seien sonst schnellere Bewegungen gewohnt. Was bringt einem die Fähigkeit, zu orakeln, wenn man die Zukunft am Ende nicht von der Gegenwart unterscheiden kann?
In der Tat scheint die Geschwindigkeit der Bewegung bei deren Wahrnehmung eine Rolle zu spielen – wenig verwunderlich eigentlich. Nguyen und Kollegen haben sich der Sache mal angenommen, indem sie mit einem Pinsel in verschiedenen Geschwindigkeiten den Arm der Probanden äh … naja, entlangepinselt haben. Mitten auf der Strecke gab’s aber eine Lücke, in der der Arm nicht vom Pinsel berührt wurde. Die ursprüngliche Hypothese bestätigte sich: Wenn der Pinsel langsamer ist, wird der „Sprung“ als kleiner wahrgenommen – denn was langsam ist, ist in der vergangenen Zeit ja nicht so weit gekommen. Logisch.
Momentchen. Aber die Illusion aus dem Express funktioniert doch gerade dann, wenn man den Arm langsam entlang fährt – und dann hat man das Gefühl, der Finger sei weiter gekommen, als er eigentlich ist. Außerdem ist das doch Quatsch: Wenn die übersprungene Strecke immer gleich groß ist und ich jedes Mal ein gefühltes Signal vom Pinsel an Stelle A und danach an Stelle B bekomme, nur eben in unterschiedlichen Zeitabständen, dann sollte ich zwar merken, dass der Pinsel unterschiedlich schnell war – aber die Stelle, an der ich ihn fühle, sollte doch noch dieselbe sein. Oder? Es sei denn, uns wird eben nicht nur die absolute Position einer Berührung unserer Haut gemeldet (wie ein per GPS geortetes Fahrzeug sozusagen), sondern eine Menge relativer Faktoren werden zu einem Bild verrechnet.
Nguyen und Kollegen schlüsseln in der Diskussion am Ende des Papers zusammenfassend auf, dass wir zum Beispiel kleinere Lücken und Unebenheiten in der Wahrnehmung von Bewegung (im Tastsinn, aber auch visuell) überbrücken und glätten können, um den Eindruck einer kontinuierlichen Bewegung zu erhalten. Die dauerhafte „Pause“ wenn der Finger aus dem Partygags des Expresses am Ende auf dem Arm anhält, ist natürlich keine kleine Lücke, aber es mag durchaus sein, dass wir die Bewegung gedanklich noch ein bisschen weiter führen, weil sie vorher so schön gleichmäßig und rund gelaufen ist.
Wie bereits erwähnt ist die wahrgenommene zurückgelegte Strecke der Bewegung auf der Haut in dem Experiment von Nguyen kürzer, beim Express dagegen länger als in der Realität. Üblich ist, dass Verzerrungen in der Wahrnehmung von Bewegung in Bewegungsrichtung geschehen. Manchmal ist es eben gar nicht so leicht vorherzusagen, inwiefern wir uns beim „Vorhersagen“ vertun werden.
Während die Nguyen-Studie also eine echte Kopfnuss ist, beschreibt er Express eher das völlig normale Phänomen, dass wir Bewegung in Bewegunsrichtung verzerrt wahrnehmen. Das liegt nicht unbedingt daran, dass wir Bewegungen generell schneller gewohnt sind. Nun frage ich mich jedoch, ob es wohl eine Standard-Streichel-Geschwindigkeit unter Menschen gibt …

Ich tendiere dazu, päpstlicher zu sein als der Papst. Aber keiner der Partygags hat für mich etwas mit In-die-Zukunft-sehen zu tun. Dennoch stimme ich zu, lieber Express: Unser Gehirn ist cool. Und das dürfen die Leute ruhig wissen. Ich traue dem Publikum bloß zu, auch mit Quellen und Namen umzugehen. Platz genug wäre definitiv gewesen; dafür hätte man das halbseitige Gehirn-Bild etwas kleiner machen können.

Einen Vorteil hatte mein unheimliches Schleifenlassen dieses Posts ja … wir sind deutlich näher an Weihnachten!

Lieber Weihnachtsmann …

Ich war bestimmt nicht immer brav, aber ich habe eine Wunschliste für Journalismus, der sich – ob für ein Fachpublikum oder die breite Masse – auf Wissenschaft bezieht. Und die geht so:

1. Kein Firlefanz mit Überschriften
Ich will, dass drin ist, was drauf steht. Vielleicht klingt das dann nicht ganz so spektakulär oder interessant, aber es würde verhindern, dass irgendwelche Leuchten nur die Überschrift eines Artikels erhaschen und sich anhand dessen ein Bild machen, dass gar nichts mit dem Artikel und noch weniger mit der Realität zu tun hat.
Und mal ehrlich: Von einem pfiffigen Schreiberling erwarte ich, dass er sich eine lustige oder spannende Überschrift ausdenken kann, ohne Inhalte dazuerfinden oder übertreiben zu müssen. Ein mieses Wortspiel basierend auf nackten Fakten hat noch keiner Headline geschadet, finde ich.

2. Geben Sie mir Namen
Wer hat was wann in welchem Kontext gesagt? Sollte eigentlich selbstverständlich sein und ist es in anderen Bereichen auch. Nur bei wissenschaftlichen Aussagen in den breiten Medien nicht. Der Otto Normalleser wird sich vermutlich nicht so sehr mit der Quelle befassen. Fair enough. In den meisten Fällen kann ich auch nur drüber lesen und hinnehmen, weil ich nicht jede Äußerung überprüfen kann, selbst wenn ich ein ganzes Leben ausschließlich dafür Zeit hätte. Die Möglichkeit muss trotzdem bereit gestellt werden. Heutzutage findet man eigentlich zu jeder größeren veröffentlichten Statistik einen Nerd mit Blog, der sich der Originaldaten (sofern verfügbar) angenommen hat und selbst mal nachgerechnet hat. Fake-Checks sind allgegenwärtig und wenn ich es geschickt anstelle, kann ich auch ohne akademische Ausbildung und Zugang zu hochkarätigen Journals einen guten Überblick über den Bullshit-Faktor eines Zeitungsartikels bekommen.
Ich erhalte durch Nennung konkreter Namen oder Studien die Möglichkeit nachzusehen, ob der Journalist die Ergebnisse der Studie vielleicht falsch verstanden hat oder unzulässige Schlüsse gezogen hat. So was wie „Nudeln helfen beim Abnehmen“ wenn in der Originalstudie lediglich eine Korrelation gefunden wurde, dass Menschen mit mediterraner Ernährung nicht dicker sind als andere, sofern sie moderate Mengen an Pasta zu sich nehmen. Aus „Nudeln helfen beim Abnehmen“ wird also eher „man wird nicht dick, wenn man nicht zu viel isst“. Und das ist irgendwie unspektakulärer.
Wissenschaft lebt davon, dass man dem Autor eine Mail schreiben kann und nachfragen kann, wie und warum er dies oder jenes gemacht hat. Dass ich ihm meine Kritik (nicht immer zimperlich) auf einem Vortrag um die Ohren hauen kann. Dass ich so genau über seine Methodik informiert bin, dass ich den Versuch mit den richtigen „Zutaten“ selbst durchführen könnte um nachzusehen, ob es sich vielleicht nur um einen Zufallstreffer handelt oder ob die Ergebnisse generell unter den genannten Bedingungen so auftreten.
Dazu braucht es natürlich mehr Informationen als einen Namen oder eine Quelle. Aber damit fängt es zumindest an.

3. Belege und validierte Erklärungen von Hypothesen und Meinungen abgrenzen
Oft scheren sich die breiten Medien nicht darum, ob die Erklärung für – z.B. – einen Partygag ein vermuteter Vorgang ist, dessen (z.B. physiologischer) Beleg aber noch aussteht. Oder ob es ein tatsächlich gut erforschter und belegbarer Prozess ist. Denn ja, das macht einen Unterschied. So manche Erklärung für Vorgänge im Körper, die selbst auf biologischer Ebene völlig logisch (bio-logisch, höhö) erscheint, ist vielleicht totaler Quatsch. Ertrinken, weil nach einer schweren Mahlzeit so viel Blut für die Verdauung gebraucht wird, dass die Muskeln nicht mehr so leistungsfähig sind und wir uns nicht mehr über Wasser halten können? Klingt gut – ist aber Quark.
Richtig kritisch wird’s, wenn die Ansicht eines einzelnen Forschers zitiert wird, die sich aber nur auf subjektives Gutdünken und nicht auf Daten stützt. Vielleicht ist dieser Mensch in seinem Fach gebildeter und damit zu qualifizierteren Aussagen fähig, aber so lange er nicht beweisen kann, was er sagt, ist selbst eine gute Hypothese auch nur wenig mehr wert als eine Laienmeinung. Die Gefahr allerdings ist, dass eine unbedachte Äußerung eines Wissenschaftlers dennoch mehr Gewicht erhält als ein bloßes „eine mögliche Erklärung könnte sein …“
Daher muss ich als Wissenschaftler natürlich aufpassen, was ich – vor allem in Anwesenheit von Menschen mit Notizblock und/oder Diktiergerät – so von mir gebe. Und als Journalist sollte ich unbedingt den Unterschied kennen – und kennzeichnen.

Ich habe natürlich an populäre Wissenschaft und allgemeine Medien nicht dieselben Anforderungen wie an hochkarätige Wissenschaftsjournale. Es ist schon richtig so, dass ich nicht in jeder Sonntagszeitung 20 Seiten Referenzen im Anhang habe und selbst ich möchte in einem Magazin die Zusammenfassung lesen, nicht jeden Kleinkram. Meine Lebenszeit reicht nicht aus, um zu jedem Thema, das mir über den Weg läuft, die Methodik gegenzuchecken und die statistischen Tests nachzurechnen. Aber ich muss davon ausgehen können, dass der Mensch, der mir die Informationen gebündelt vorlegt, seine Recherche gewissenhaft gemacht hat. Selbst im professionelleren Kontext muss ich mich darauf verlassen können, dass der Verfasser einer Meta-Analyse, also einer Zusammenfassung vieler Studien zu einem Thema, ordentlich gerechnet hat und gute Kriterien bei der Auswahl der einbezogenen Artikel angelegt hat. Auf diese Art erhalte ich dann einen Überblick, der mir nicht nur Zeit spart, sondern im Idealfall auch Aussagekraft über den Wert der einzelnen Studien hinaus hat. Zum Beispiel, weil ich ein generelles Muster erkenne oder einfach mehr Daten aggregiert wurden.
Blöd ist nur, wenn man dem Leser nichts zutraut und vor lauter Vereinfachung und Sensationshascherei Dinge unter den Tisch fallen, die wichtig gewesen wären. Versteht mich nicht falsch, der Artikel im Express ist gar nicht mal haarsträubend übel und für mich waren die kleinen Gags auch ziemlich kurzweilig. Die Sache mit den ausgelassenen Quellen ist auch ganz und gar nicht unüblich und in den meisten Fällen vermutlich auch nicht weiter dramatisch – insgesamt wird aber ein Problem draus, das meiner Meinung nach gesellschaftliche Ausmaße hat.


Quellen und erwähnte Links in Reihenfolge des Erscheinens, Stand 12.10.2017, 11:50

[1]  Express Düsseldorf
[2] einglasrotwein.blogspot.com – Kiloweise Glück – 27.05.2017
[3] Thorpe, S., Fize, D., & Marlot, C. (1996). Speed of processing in the human visual system. Nature 381(6582):520-2.
[4] Fehler-Haft.de – Der Trick mit dem Buchstabensalat – 12.05.2007/08.09.2011; letzte Änderung am 16.07.2014
[5] Typografie.info – 1337: Lesbarkeit von verfremdeten Worten – erstellt von Gast Peter Glaab, 03.10.2012
[6] MRC Cognition and Brain Science Unit – Aoccdrnig to a rscheearch at Cmabrigde Uinervtisy, it deosn’t mttaer in waht oredr the ltteers in a wrod are, the olny iprmoetnt tihng is taht the frist and lsat ltteer be at the rghit pclae. The rset can be a toatl mses and you can sitll raed it wouthit porbelm. Tihs is bcuseae the huamn mnid deos not raed ervey lteter by istlef, but the wrod as a wlohe.
[7] ARTO PENNANEN – Red Hammer
[8] Slate – Everything Is Crumbling. A Whole Field Of Psychology Research May Be Bunk. Scientists Should Be Terrified. – verfasst von Daniel Engber, 06.03.2016, 20:02
[9] viralnova.de – This Simple Test Will Blow 98% Of People’s Minds. You Other 2%… Well, You’re Weird. – 30.04.2014
[10] ScienceBlogs – Cognitive Daily – Casual Fridays: Turns out, we’re not so good at influencing your thoughts – 28.04.2006
[11] nature reviews neuroscience  – Box 2: measuring implicit prejudice and stereotyping – From: Amodio, D.M. (2014) The neoroscience of prejudice and stereotyping. Nature Reviews Neuroscience 15:670-682
[12] youtube.com – The Rubber Hand Illusion – Is Seeing Believing? – BBC Two – 15.10.2010
[13] Nguyen, E.H.L., Taylor, J.L., Brooks, J. & Seizova-Cajic, T. (2016). Velocity of motion across the skin influences perception of tactile location. Journal of Neurophysiology 115(2):674-684.
[14] Spiegel Online – Schadet Essen vor dem Schwimmen? – verfasst von Irene Berres, 29.08.2016, 13:30