Kategorie: longdrinks (Seite 4 von 5)

Dir gehört mein Herz

Mit den Zahlen ist es so eine Sache. Sie können sehr informativ sein, aber man kann sie auch ein bisschen verschusseln oder sogar gezielt damit Verwirrung stiften, selbst wenn sie stimmen. Besonders gerne stürzen sich Blogger darauf, wenn hohe Stellen wie die Regierung ihre Statistik nicht ganz auf die Kette gekriegt haben. Hier stehe ich. Ich kann nicht anders.
Ungefähr 21.367.789.124 Mal in den letzten 24 Stunden (gefühlte Statistik, aber ziemlich akkurat, schätze ich) wurde meine Timeline geflutet mit Berichten zu den gesunkenen Organspender-Zahlen. Hier die offizielle Pressemitteilung der Deutschen Stiftung Organtransplantation.
Gierig haben sich diverse Zeitungen die Zahlen geschnappt und schockiert verbreitet: nur 797 Organspender bundesweit! Weniger als 10 Spender pro Millionen Einwohner!
Weiterlesen

Gib der Ratte Zucker – wenn die Lobby es will?

7 Uhr morgens. Ich sitze im Labor, hatte meinen (ungezuckerten) Kaffee bereits, weil das sonst nicht funktionieren würde – und würde selbigen gerne theatralisch ausspucken, als dieser Artikel vom Spiegel in meinem Feed erscheint. Es geht darum, ob Zucker nun schädlich sei oder nicht und dass die Kontroverse vor allem darauf beruhe, dass von der Industrie finanzierte Forschung zu dem Thema andere Daten ausspucke als aus anderen Quellen unterstützte Experimente. Dann wird vor allem Bezug auf „Projekt 259“ genommen, ein Forschungsprojekt Ende der 60er, das sich mit den Zusammenhängen von Darmbakterien, Stärke, Zucker und daraus resultierenden möglichen Risiken beschäftigte. Die Studie wurde vorzeitig beendet, ohne die Ergebnisse zu veröffentlichen – der Artikel vermutet, weil die Resultate der Zuckerindustrie nicht gepasst haben. Daraus leitet sich der Schluss ab, dass wir vermutlich seit über 60 Jahren in Sachen Zuckerforschung an der Nase herumgeführt werden.
Schauen wir mal.
Weiterlesen

Hirnspielereien – dieser Artikel ist nicht ausreichend belegt

Eigentlich bin ich recht einfach gestrickt. Wenn ein Gehirn drauf ist, dann hat es meine Aufmerksamkeit. Deswegen ist mir auch das Unvorstellbare passiert: Ich habe mir einen Düsseldorfer Express gekauft. Wie kam’s dazu?

Weiterlesen

Schau mir in den Cortex, Baby

Zwar weise ich jegliche Couch-Assoziationen im Zusammenhang mit meinem Studium stets vehement von mir. Ich kann allerdings nicht leugnen, dass es durchaus ein paar Deppen in unseren Kreisen gibt, die beeindruckend viel Mühe investieren, den Ruf der Psychologie als ernstzunehmende Naturwissenschaft zu torpedieren. Manche davon unterrichten sogar Studierende. Aus naheliegenden Gründen werde ich euch keine Namen nennen, auch kein Geschlecht, keinen Berufsstand und kein Institut. Es reicht zu wissen, dass die betreffende Person ihr Wissen in Lehrveranstaltungen verbreiten kann. Eher zufällig als verpflichtend habe ich ein paar der Veranstaltungen besucht, und da eine Aussage gleich zu drei verschiedenen Gelegenheiten vorkam (mein Zähler läuft noch), konnte ich meinen Ärger darüber frisch halten.

Weiterlesen

Relationshopping

Einer meiner Professoren im ersten Semester erklärte einleitend, es sei eine alte Binsenweisheit, dass Forscher sich stets mit den Themengebieten beschäftigten, in denen sie Defizite hätten. So forsche er beispielsweise an Entscheidungsverhalten. Bis heute weiß ich nicht, was er im Leben schon für schlechte Entscheidungen getroffen hat, denn ein paar richtige müssen ohne Frage dabei gewesen sein, wenn man in relativ jungen Jahren bereits eine Professur ergattern konnte. Oder überhaupt eine Anstellung mit Perspektive in der Forschung gefunden hat.
Dieser Post soll sich dagegen um Dating, speziell Dating-Apps, drehen. Ich möchte damit nicht unbedingt sagen, dass ich schlecht darin bin. Das Alter, in dem ich mich befinde, ist eine ganz ganz merkwürdige Zeit. Im Freundeskreis ist nämlich alles dabei: Verheiratet seit drei Jahren. Langzeitbeziehung beendet. Frisch gebackene Eltern. Tinder-König. Wochenend-Beziehung mit Märchen-Charakter. Eine unglückliche Männergeschichte nach der anderen. Und dann bin da noch ich.

Weiterlesen

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

© 2020 Ein Glas Rotwein

Theme von Anders NorénHoch ↑