Kategorie: longdrinks (Seite 2 von 3)

Von einem Longdrink hat man wie der Name schon sagt länger was. Alle Posts in dieser Kategorie brauchen entsprechend ein Weilchen, bis man damit durch ist. Dafür sind sie dann auch ein Rundumschlag, bei dem ich so tief ins Glas geschaut habe, wie ich kann. Und ja, das ist immer noch als bildhafter Vergleich zu betrachten.

Let’s talk about sex – Verhütung experimentell?

Wir reden zu wenig über Sex. Während einige jetzt schon begeistert nicken werden, meine ich das todernst. Das Problem mit Tabuthemen ist nämlich, dass sie Erkenntnisgewinn massiv im Weg stehen und das kann eigentlich nur gegen unser aller Interesse sein. Wenn wir über unser Sexualleben maximal dann sprechen, wenn es reibungslos läuft (oder das auf Nachfrage zumindest behaupten) und gerade die unangenehmen oder heiklen Themen unter den Teppich kehren, entsteht rasch das Bild, dass es bei allen „läuft“. Was es umgekehrt umso peinlicher macht, über eigene Probleme zu reden – immerhin ist man ja scheinbar der einzige Depp, den das betrifft. Menschen regen sich darüber auf, dass Pornos unrealistische Standards setzen – aber was ist mit unserer Alltagskommunikation? Den Dingen, die wir eben nicht sagen?

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Gedankenkreißen – schlechtere Betreuung in größeren Kliniken?

Manche Headlines wirken eine magische Anziehungskraft auf mich aus. Heute früh weckte mich die Süddeutsche mit einem Artikel, der besagte: „Die Erfahrungen von Müttern im Kreißsaal und auf der Wöchnerinnenstation sind umso negativer, je größer die Klinik ist.“ Gleichzeitig sitze ich auch vor meinen Lernunterlagen der anstehenden Klausurphase und was mich beim Stoff für Diagnostik – Testen und Entscheiden am meisten fasziniert, ist das sogenannte Simpson Paradoxon. Dabei geht es um scheinbar gegensätzliche Zusammenhänge in ein und demselben Datensatz – je nachdem, wie man ihn betrachtet. Das hat gar nicht unbedingt mit verdrehter Statistik zu tun und schon gar nicht mit gefälschten Daten. Die sich ergebenden Muster in den Daten sind echt und die Interpretation ist gar nicht so einfach.

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Meine Oma, Akupunktur und irgendwas in der Mitte

Wie ich bereits anmerkte, ist es nicht leicht, der Psycho in der Familie zu sein. Das trifft vor allem dann zu, wenn es um „alternative Medizin“ geht, ein Thema, das meinen Puls signifikant im Vergleich zu einem Placebo steigen lässt. Das aber andererseits wie in den meisten Familien relativ verbreitet und anerkannt ist. Ich halte es mit dem geflügelten Zitat Tim Minchins in seinem großartigen Gedicht Storm (keine Sorge, es ist ein nettes Comic-Video und Musik dabei): „Do you know what they call alternative medicine that’s been proved to work? – Medicine.“ Meine Familie sieht das natürlich ein wenig anders. „Aber mir hat’s geholfen!“ Ich dagegen führe ins Feld, dass man selbst, als einzelne Person, praktisch niemals wissen kann, ob einem etwas geholfen hat oder nicht. Dabei gebe ich selbst zu, dass das ziemlich irre und potenziell bedrohlich klingt.

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Dir gehört mein Herz

Mit den Zahlen ist es so eine Sache. Sie können sehr informativ sein, aber man kann sie auch ein bisschen verschusseln oder sogar gezielt damit Verwirrung stiften, selbst wenn sie stimmen. Besonders gerne stürzen sich Blogger darauf, wenn hohe Stellen wie die Regierung ihre Statistik nicht ganz auf die Kette gekriegt haben. Hier stehe ich. Ich kann nicht anders.
Ungefähr 21.367.789.124 Mal in den letzten 24 Stunden (gefühlte Statistik, aber ziemlich akkurat, schätze ich) wurde meine Timeline geflutet mit Berichten zu den gesunkenen Organspender-Zahlen. Hier die offizielle Pressemitteilung der Deutschen Stiftung Organtransplantation.
Gierig haben sich diverse Zeitungen die Zahlen geschnappt und schockiert verbreitet: nur 797 Organspender bundesweit! Weniger als 10 Spender pro Millionen Einwohner!
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Gib der Ratte Zucker – wenn die Lobby es will?

7 Uhr morgens. Ich sitze im Labor, hatte meinen (ungezuckerten) Kaffee bereits, weil das sonst nicht funktionieren würde – und würde selbigen gerne theatralisch ausspucken, als dieser Artikel vom Spiegel in meinem Feed erscheint. Es geht darum, ob Zucker nun schädlich sei oder nicht und dass die Kontroverse vor allem darauf beruhe, dass von der Industrie finanzierte Forschung zu dem Thema andere Daten ausspucke als aus anderen Quellen unterstützte Experimente. Dann wird vor allem Bezug auf „Projekt 259“ genommen, ein Forschungsprojekt Ende der 60er, das sich mit den Zusammenhängen von Darmbakterien, Stärke, Zucker und daraus resultierenden möglichen Risiken beschäftigte. Die Studie wurde vorzeitig beendet, ohne die Ergebnisse zu veröffentlichen – der Artikel vermutet, weil die Resultate der Zuckerindustrie nicht gepasst haben. Daraus leitet sich der Schluss ab, dass wir vermutlich seit über 60 Jahren in Sachen Zuckerforschung an der Nase herumgeführt werden.
Schauen wir mal.
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