Das Reisexperiment mit fast 100 Reagenzgläsern durchzuführen, stellt einige Herausforderungen – auch an das Equipment. Vor allem, wenn man sich in einem ganz normalen Haushalt befindet, nicht in einem Labor. In diesem kurzen Beitrag zeige ich euch, wie wir die Halterungen für die Reagenzgläser selbst gebaut haben. Teaser: Es war ein Laser involviert! Und es gibt ein Video.

Do it yourself

Die Anzahl unserer Proben hat sich ein wenig reduziert. Wir hatten zwar ein paar Reagenzgläser mehr, aber die Summe der Deckel dazu war beschränkt. Zack, waren es nur noch 96. Eine technische Limitation, die in einem ordentlichen Labor so gar nicht sein dürfte, aber wir nehmen, was da ist und irgendwo liegt die studentische Grenze an Investitionen in ein „kleines“ Blogprojekt. Aber ob nun 106, 100 oder 96 Gläser: Irgendwo müssen die Dinger ja hin.

Unser Problem mit den Reagenzglasständern hätte sich natürlich auch durch den Kauf der entsprechenden Halterungen lösen lassen. Wir sind nicht die Ersten, die darauf kommen, dass man Reagenzgläser für sich allein genommen nur sehr schlecht abstellen kann. Laborquipment ist allerdings teuer und wozu hat man denn den Kommunikations- und Produktdesigner im Team? In einem echten Labor gibt es schließlich auch oft einen Techniker, der sich um all die Ausrüstung und Apparaturen kümmert, die man für den Forschungskram so braucht. Im weiteren Verlauf des Experiments werdet ihr Nico und das Equipment, das er für das Reisexperiment hergestellt hat, noch näher kennen lernen.

Wenn es nicht gerade um Standard-Kram wie Reagenzglasständer geht, ist man in der Forschung überraschend häufig auf selbstgebastelte Lösungen angewiesen. Wenn man sich ein neues Experiment überlegt hat, für das noch niemand das richtige Werkzeug hergestellt hat, muss man schon mal erfinderisch werden. Oder irgendetwas funktioniert nicht ganz so, wie es soll (oder gar nicht) und ein paar quick fixes bestehende aus Mucke, Spucke und vieeeeel Klebeband sind angesagt.
Deswegen haben wir Techniker und sind nicht zuletzt selbst trainiert in (unkonventionelleren) Hardware- und Software-„Lösungen“.

How to Reagenzglasständer

Das speziell für das Projekt „Lars und der Reis“ zugeschnittene Modell durchlief diverse Herstellungsschritte; angefangen hat alles mit dem Lasercutter, der die oberen Teile geschnitten hat, die die Gläser letztendlich halten. Eine simple Leiste mit Löchern drin, durch die die Gläser passen, aber nicht die Deckel.
Dann werden die seitlichen Stützen zurechtgesägt, damit die Gläser hübsch frei schweben und jederzeit gut auf Schimmel überprüfbar sind, ohne dass man groß daran herumfuhrwerken müsste. Es folgt Schleifen, Lackieren und Kleben – fertig ist das selbstgebastelte Labor-Equipment. Den Prozess könnt ihr euch in diesem kurzen Video ansehen.

 

 

25 Reagenzgläser sind pro Ständer nun nebeneinander aufgereiht und können somit sehr handlich an den gewünschten Ort transportiert werden. Die Dinger werden das Reis-Experiment definitiv überleben und warten dann auf ihre nächste Aufgabe.